Forschung
22. Februar 2010Das Land unterstützt die FH´s bei der Forschung. Soweit, so gut!
Die FH wählt die Projekte derjenigen aus, die an einer Sitzung teilgenommen haben. Der Rest hat Pech. Zunächst. Doch was einreichen? Das Ministerium wünscht einen gemeinsamen prosaischen FH-Antrag. Mein Studiengang hat einen Projektantrag von 2 Seiten und unsere Strategie geliefert.
ausreichend / noch mehr / wer schreibt zusammen / wie zusammenführen?
Der Zuständige der FH braucht 3 Wochen (bei einer verbleibenden Bearbeitungszeit von 4 Wochen), um festzulegen, dass er noch einen Finanzplan und Milestones braucht. Ist aber ohne eine Forschungsstrategie auch schwierig…
Das fünfte Semester ist halb rum
25. April 2009… nach einem eruptiven vierten Semester bin ich nun in meinem fünften Semester angekommen.
Was hat sich getan:
- alte Führung zurückgetreten und neue Studiengangleiter für die BA/MA/DI-Studiengänge
- neues Professoren-Team
- viel Zeit geht für Administratives drauf
- Strategie für den Studiengang wurde mit Zielen verfestigt
=> es hat sich vieles zum Guten gewendet
Würde ich wieder Prof werden?
In meiner alten Firma wird kurzgearbeitet. Im alten Job müßte ich über Werksschließungen nachdenken und rund um die Uhr arbeiten. Als Prof ist dies entschieden entspannter.
Bin wieder zum Laufen gekommen und habe mich innerhalb eines Jahres im Halbmarathon von >> 2h auf 1:38 gesteigert. Kurve zeigt weiterhin nach oben. Ich bin so fit wie während des Studiums!
Unser Kinder genießen den Papa und ich unsere Kinder - beide profitieren von der erheblich gesteigerten Anwesenheit.
Die Studenten überrennen mich weiterhin mit Diplomarbeiten. >> 10 pro Semester ist auch ein schönes Zeichen. Der Service wird honoriert und bin schon bei Unicum unter die Top10 BWL-Prof´s gekommen.
Gehalt ist mies (Klagen auf hohem Niveau). W2 bekommt jeder Schulleiter-Vertreter (A15).
ALSO: würde sofort wieder wechseln
Nebentätigkeit
23. März 2008Nebentätigkeiten sind zulässig, wenn vorab ein entsprechender Antrag gestellt wird.
Als W-Professor habe ich 4 Tage Anwesenheitszeit während der Vorlesungszeit unterschrieben, deshalb gilt
Alles muss während der Vorlesungszeit am 5. Tag stattfinden.
Der anzugebende Betrag ist frei wählbar.
Während der vorlesungsfreien Zeit hat man alle Freiheiten (O-Ton Präsident)
Theoretisch könnte man somit am 5. Tag während der Vorlesungszeit 10000 € verdienen.
best of…
23. März 2008… heißt eine neue Kategorie, in der ich die Haar sträubenden, nie-für-möglich-gehaltenen, unfassbare kleine und große Unzulänglichkeiten demnächst wiedergeben werde.
professorale Idealbesetzung
23. März 2008Selbstverständlich ist es völlig falsch, Professor nur dann zu werden zu können, wenn man
- egozentrisch ist,
- nicht teamfähig ist (demokratische Entscheidung - mir doch egal),
- nicht diskussionsfähig ist (nur meine Meinung zählt, wer nicht meiner Meinung ist, wird gebannt),
- keine Lust hat, sich der Gegenwart und Zukunft zu stellen, lieber den gleichen Job seit 20 Jahren (mit entsprechend altem Material) macht und gleichzeitig alle anderen nach Kräften blockiert,
- an einer praxisnahen FH Unternehmen nur aus dem Praktikum während des eigenen Studiums kennt,
- alle Regeln und Gesetze immer nur in die eigene Richtung auslegt sowie
- eine Professur nicht als Vollzeitbeschäftigung (d.h. 2 Semester * 4 Tage * x Vorlesungswochen!) versteht, sondern den Prof-Titel eigentlich nur braucht, um (noch) mehr Geld zu verdienen
Wenn Sie doch aus diesen Gründen wechseln, dann müssen Sie nur dreist genug Ihren Willen möglichst tief unter der Gürtellinie artikulieren und ein bißchen drohen. Niemand wird Sie aufhalten.
Was sollten potentielle Wechsler beachten?
23. März 2008Sollten Sie mit den Gedanken schwanger gehen, an eine FH als Professor zu wechseln, sollten Sie die folgenden Fragen für sich klären:
- Hat die FH eine Strategie?
- Hat der Fachbereich eine Strategie?
- Finden regelmäßige Strategieworkshops statt und entwickelt sich die FH/FB nach vorne?
- Gibt es eine Kultur des Miteinander und der Diskussion?
- Finden regelmäßige Treffen im Professorenkreis statt (analog Abteilungsrunden)?
- Werden nicht nur Professoren, sondern auch Assistenten und Studenten als gleichwertige Menschen angesehen?
- Wird Fortschritt nicht als Affront gesehen, sondern dankbar aufgenommen?
- Wie zerstritten sind die Professoren untereinander?
- Wie zerstritten sind die Fachbereiche untereinander?
- Ist der Präsident / die Hochschulleitung / der Dekan ein “leader”, der klare Ziel hat?
- Wird vom Dekan richtig priorisiert?
- Werden vom Dekan Informationen weitergegeben?
- Gibt es ein “Einarbeitungsprogramm” für Rookies?
- …
Dies sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten. Offenbar aber doch nicht
Rückblick: Gehaltsverhandlungen
23. März 2008Die Gehaltsverhandlungen verliefen sehr ernüchternd. Von Seiten des Präsidenten wurde “kein Verhandlungsspielraum” signalisiert. Einzige Konzession war, das W-Gehalt auf C-Gehalt anzuheben. Aus der brutto-Sicht ist das Gehalt niedrig. Die netto-Sicht somit eindeutig zu beachten. Wichtig: Gratifikationen etc gibt es nicht und müssen in die Jahresbetrachtung einbezogen werden (nicht nur das monatliche Gehalt betrachten).
Die Möglichkeit, das Gehalt durch Zielvereinbarung zu erhöhen, wurde im Rahmen der Verhandlungen von mir angesprochen und zunächst als “für mich wenig lukrativ” bezeichnet. Auf Nachfrage wurde auf die Möglichkeit der Zielvereinbarung hingewiesen.
Heute, über ein Jahr nach Start, habe ich, haben wir (ca. 9 W-Profs an der FH) immer noch keine Leistungs- / Zielvereinbarung. Es gibt mit Ausnahme einer eher allgemeinen Verordnung offensichtlich landesweit keine Vorlage, an die man sich halten könnte. Auf Nachfrage bei befreundeten Kollegen trifft dies auch auf eine TU und U in benachbarten Bundesländern zu. Auf unsere gemeinsame Nachfrage wurde uns von Seiten der Hochschulleitung Ende Februar für Ende März / Anfang April ein Informationsgespräch in Aussicht gestellt. Dies ist aktuell noch nicht terminiert.
Warum stoppt der Blog?
22. November 2007Seit 1.3. bin ich Professor. Sofort verbeamtet. Keine Probezeit.
18 SWS Lehrverpflichtung, 4 Tage Anwesenheitspflicht während der Vorlesungszeit, erstaunlich hohes Netto-Gehalt.
Die Entscheidung war gut. Die Entscheidung war richtig. Es macht Spaß.
Vieles, vor allem die Arbeit mit den Studenten, ist spannend und toll. Erstaunlich, wie dankbar die Studenten sind, wenn man “normal” auf Augenhöhe mit ihnen kommuniziert und nicht von oben herab - oder Studenten als störend empfindet.
Vieles, vor allem die verwalterischen Dinge sind skuril bis bizarr. Der Vergleich mit meinem alten Arbeitgeber in Bezug auf Abläufe, Prozesse aber auch zwischenmenschliche Aspekte zeigt die komplette Bandbreite des Möglichen. Erschreckend.
Vieles, vor allem die vorlesungsfreie Zeit, ist so wie gedacht. Überraschung, dass ich regelmäßig dennoch vor Ort war.
Vieles, vor allem die Vorbereitungszeit für die Vorlesungen, ist mörderisch. 2 SWS = 6h Vorbereitung -> 7 verschiedene Veranstaltungen = 42 h + die Tage vor Ort = 90h-Woche
Das ist auch der Grund, gestoppt zu haben. Wenn es nur um das Überleben geht, die Vorlesungen für den nächsten Tag erst nachts fertig werden, man jede Woche wieder bei Null anfängt, fehlt die Muße zum Schreiben.
Nach Weihnachten beginnen die Prüfungen, im März das neue Semester. Dann geht es auch weiter. Vieles, vieles gibt es zu schreiben….
Countdown läuft…
25. Februar 2007letzter alter Arbeitstag stressig abgeschlossen. Nachfolger ist nicht gut genug eingearbeitet. Von zu wenig Leuten verabschiedet. Schlechtes Gewissen.
Nach drei Tage “Urlaub” mit Besuchen an alter und neuer Wirkungsstätte und dann geht es endlich los: 1. März. 11 Uhr. Ernennungsurkunde